Warum Battlefield 1942 bis heute ein großartiges Spiel ist

Seit dem 10. September ist es nun 18 Jahre her seit dem der erste Teil der Battlefield-Reihe veröffentlicht wurde.  Als Battlefield 1942 erschien, schlug das Spiel regelrecht wie eine Bombe ein, da der Shooter als einer der ersten seiner Art Kämpfe zu Land, Luft und Wasser clever ineinander verzahnte. Auf einer Karte gemeinsam gegen Infanterie, Panzer und Flugzeuge kämpfen? Das ist möglich. Dice und EA feierten 2012 den zehnten Geburtstag, indem das Spiel für alle auf der hauseigenen Plattform Origin bis zum Shutdown der Gamespy-Server angeboten wurde. Nach dem Shutdown im Jahr 2014 wurde es online ein wenig ruhig um das Spiel, es gibt aber Wege mit denen man das Spiel wieder online spielen kann. Nachfolgend möchte ich nun erklären, warum Battlefield 1942 in meinen Augen bis heute ein großartiges Spiel ist und es Teilweise seinen Nachfolgern etwas voraus hat.

Das Szenario und die Einfachheit

Wie man es schon anhand des Namens vermuten kann: Battlefield 1942 spielt sich im Zweiten Weltkrieg ab. Das bedeutet: keine technischen Hilfsmittel á la Bewegungsmelder, Störkörper etc. Der Kampf ist auf das wesentliche reduziert. Anpassungen für jede einzelne Waffe und Klasse gibt es nicht, die Rollen sind klar verteilt und jede Seite kämpft standardmäßig mit den Waffen, die es für das jeweilige Land gibt. Ein US Soldat steigt somit nicht mit einer MP 40 in das Gefecht ein, sondern mit einer Thompson. Die Motivation liegt nicht im Freischalten von Waffen und Ausrüstung, die an irgendwelche für einen Teamshooter schon teils egoistischen Aufträge gebunden sind, sondern im Gameplay an sich. Battlefield 1942 weiß mit seiner Einfachheit, die gleichzeitig doch mehr ist, zu begeistern.

Die Einfachheit macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass einem nicht wie etwa den neuen Teilen ständig mit Punkten gezeigt wird, was man gerade gemacht hat (xx Punkte für einen Kill; xx Punkte dafür, dass man ein Teammitglied heilt; xx Punkte dafür, dass man den Panzer beschädigt hat usw.). Abschüsse werden nur oben links angezeigt und das eigentliche Gameplay wird damit in den Vordergrund gerückt, ohne, dass man einen Motivator braucht, damit der Punktestrom nicht abklingt.

Der LAN-Modus

Anders als die Battlefield-Teile mit der Frostbite-Engine verfügt Battlefield 1942 über einen LAN-Modus, was das Spiel auch für Spieler, die hin und wieder offline spielen möchten attraktiv macht, da der LAN-Modus nicht an einen Online-Zwang um im Multiplayer zu spielen, wie es ihn z.B. bei Age of Empires 2: Definitive Edition gibt, gebunden ist. Auf menschliche Mitspieler ist man nicht unbedingt angewiesen, da nicht besetze Slots automatisch mit Bots aufgefüllt werden, die sich je nach Karte auch richtig intelligent verhalten.  Es gilt die Regel: willst du dein Multiplayer-Spiel für nachfolgende Generationen aufbewahren, dann gib ihn einen gescheiten LAN-Modus.

Im Übrigen ist Battlefield 1942 neben Battlefield Vietnam (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen DLC für Bad Company 2) das einzige Spiel der gesamten Reihe, bei dem man ohne Umwege Onlinespiele hosten kann, ohne einen Server mieten zu müssen.

Der Karteneditor

Mit Battlecraft 1942 ist dem Spiel ein Karteneditor beigelegt, mit dem man nach einiger Einarbeitungszeit selbst Karten gestalten oder bereits vorhandene editieren kann. Und an Nutzerkarten gibt es einige, die richtig gut sind: Kellys Heroes, Newfoundland, Enemy At The Gates, Reichsbahn um nur vier von ihnen zu nennen.

Enemy At The Gates ist beispielsweise eine sehr große Stadtkarte, die einem viele Möglichkeiten gibt: mit den Fahrzeugen, die in den Innenhöfen stehen, die Straßen sperren und auf näherkommende Feinde feuern, sich in den Häusern verschanzen und aus den Fenstern snipern usw. Kellys Heroes mischt eine Stadtkarte mit einem offenen Schlachtfeld, bei dem die Alliierten eine von den Deutschen kontrollierten Stadt stürmen müssen und die Achsenmächte umgekehrt die Stadt um jeden Preis halten müssen.

Der Anspruch

Ich will hier keinesfalls sagen, dass der taktische Anspruch der neuen Battlefield-Teile gesunken oder nicht vorhanden ist, allerdings muss man schon sagen, dass Battlefield 1942 in einigen Punkten betrachtet anspruchsvoller ist. So gibt es in BF1942 Friendly Fire, was in den neueren Teilen standardmäßig deaktiviert ist; Stacheldraht, der bei Battlefield 3 und 4 nur als Deko auf den Karten rumstand, verursacht bei Berührung Verletzungen; Munition lässt sich nur in Schränken und Kisten an den Flaggenpunkten finden; HP Regenerierung gibt es nicht; der Sanitäter muss hinter einem verletzten Kameraden hinterherlaufen, um ihn zu heilen; Wiederbelebung gibt es nicht; man muss um jede Kugel kämpfen, da das frühzeitige Nachladen eines nicht leeren Magazins dazu führt, dass alle nicht gefeuerten Patronen verloren gehen.

Die Flugzeuge steuern sich in Battlefield 1942 ein wenig mehr simulationslastig, was sich durch die teils steife Lenkung bemerkbar macht. Um mit einem Bomber einen Treffer zu landen, muss man vorauszielen.

Einen Teil dieser Features gibt es natürlich nach wie vor in neuen Battlefield-Teilen, allerdings nur im Hardcore-Modus.

64 Spieler bedeutet nicht gleich 64 Spieler

Seit Battlefield 1942 ist 64 Spieler, mit Ausnahme der 32 Spieler in Bad Company 2, das standardmäßige Limit an Spielern auf einer Karte. Allerdings lässt sich dieses Limit in den Spieldateien aushebeln, was es möglich macht auf den Karten mit bis zu 128 Spielern, also 64 pro Seite zu spielen. Zu empfehlen ist das eher weniger, da Karten wie Wake Island damit überfüllt sind, aber wozu gibt’s den Karteneditor mit dem man sich das Wunschschlachtfeld zusammenstellen kann? Das maximal mögliche Limit der Battlefield-Reihe sind übrigens 256 Spieler bei Battlefield 2.

Die Vielzahl an Mods

Für Battlefield 1942 sind eine Menge an Mods erschienen, z.B. Battlefield 1918, was das Spiel in den ersten Weltkrieg verlagert; Desert Combat, der das Spiel in die Gegenwart verlagert (die Modentwickler durften übrigens das “Special Forces”-Addon zu BF2 machen) oder auch Forgotten Hope, welcher das Spielgeschehen realistischer machen will und offiziell bei Battlefield 2 fortgesetzt wird. Battlefield 1942 lebt dafür, modfreundlich zu sein.

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