GoldenEye 007 – Ein Blick auf das Xbox Remaster

Als 1997 “GoldenEye 007” auf Nintendos damaliger aktueller Konsole – dem N64 – erschien, galt das Spiel als wegweisend. Wurden Ego-Shooter damals nur als Doom-Klon bezeichnet, so brach GoldenEye den Kreis, indem es die bereits gängige Formel für Shooter (von A nach B kommen, eventuell Schlüssel finden, hier und da Secrets entdecken) um Ziele innerhalb der Mission erweiterte. Das Spiel hat den gleichnamigen James Bond Film aus dem Jahr 1995 als Vorbild und schafft es, die Handlung des Films in seinem Einzelspieler, der aus 20 Missionen besteht (18 + 2 Bonusmissionen), recht genau wiederzugeben. Wer den Film gesehen hat, wird einige Orte wiedererkennen. Das Spiel zählt als das zweitmeistverkaufte N64 Spiel aller Zeiten und wird nur von Mario Kart geschlagen. Keine schlechte Leistung für ein Team, dass nur aus 9 Personen bestand und zur damaligen Zeit kaum bis keine Erfahrung mit der Programmierung von Videospielen hatte.

2007 sollte eigentlich ein Remaster für die Xbox 360 erscheinen, aber dieses wurde aufgrund eines Lizenzhickhack zwischen mehreren Parteien, sowie einer nicht näher genannten Person von Nintendo eingestampft und galt bis auf wenige Videos, die über die Jahre hinweg erschienen waren, als verschollen. Anfang Februar 2021 fand ein Leak seinen Weg in das Internet und zeigt das Spiel in einem fast fertigen Zustand, laut Entwicklerangaben ist GoldenEye XBLA (so der offizielle Name) zu 90-95 % fertig. 2014 versuchte man anscheinend für die Rare Replay Sammlung abermals, das Remaster zu veröffentlichen, aber dies ist ebenalls gescheitert.

Steuerung & Grafik

Besonderes Merkmal des Spiels ist neben der Tatsache, dass die Steuerung für moderne Controller angepasst wurde, ein dauerhaft flüssiges Spielerlebnis mit 60 FPS. Per Druck auf die RB-Taste lässt sich zudem zwischen der N64- und Xbox 360-Grafik hin- und herwechseln. Beeindruckend ist das insbesondere bei der Surface-Mission, da man dadurch die Radarstation deutlich früher erkennen kann und der “Nebel des Grauens”, wie er zuhauf auf dem N64 zu sehen war, komplett eliminiert wird.

Multiplayer

Als das Spiel ursprünglich 1997 erschien, war der Multiplayer eigentlich nicht vorgesehen, denn dieser wurde in den letzten Wochen vor dem Release im August heimlich einprogrammiert. Im Nachhinein lässt sich sagen, dass der Multiplayer u.a. zum Erfolg des Spiels beigetragen hat.

Im Remaster ist der Modus ebenfalls vorhanden. Ursprünglich hätte das Spiel Online über Xbox Live gespielt werden können, aber aufgrund der vorher erwähnten Lage mit den Rechten und der darauffolgenden Einstampfung wurde das nie einprogrammiert. Dafür gibt es den Lokalen Modus mit bis zu vier Leuten und System Link, was es möglich macht, das Spiel über Xlink Kai trotzdem online zu spielen. Besonders cool: Der Multiplayer lässt sich wahlweise mit oder ohne Splitscreen spielen.

Gameplay

Das Gameplay ist mit dem Original identisch, es sind die gleichen Ziele wie damals mit den gleichen Gegnern. Das Remaster basiert anscheinend auf den PAL Cartridges aus Europa, da die Schreibweise dem britischen Englisch entspricht (z.B. Armour statt Armor).

Dr. Doak ist leider nicht mit dabei, da David Doak Rare bereits 1998 verlassen hatte, um mit Free Radical seine eigene Spielefirma zu gründen. Im Remaster wird er durch Dr. Rakhmanov (Sergey Rakhmanov) ersetzt, der zur damaligen Zeit bei Rare an den Grafiken arbeitete, deswegen fehlt Doaks Gesicht auch bei den Originalgrafiken.

Hier und da gibt es noch einige Bugs und einige Texturen sind noch nicht fertig. Gegenden wie der Bunker sind ziemlich dunkel und bei Frigate fehlt bei den neuen Grafiken das Wasser. Eventuell können da Modder das ganze beheben.

Abschließende Gedanken

Was bleibt Abschließend zu GoldenEye XBLA zu sagen? Es ist wirklich sehr schade, dass man sich damals nicht einigen konnte und das Spiel niemals veröffentlicht wurde. Gerüchten zufolge hätte es sowohl auf der Wii, als auch auf der 360 veröffentlicht werden sollten und wäre somit sowohl für Microsoft, als auch für Nintendo zum absoluten Bestseller geworden, wenn man den Reaktionen aus dem Netz glauben darf.

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